
ESC 2025 Turquoise Carpet
Zusammenfassung: Dieser Event läutete die ESC-Woche ein. Am Sonntag vor dem grossen Finale wurde Basel zur Bühne: Auf dem türkisen Teppich wurden alle Nationen begrüsst, anschliessend führte eine Parade mit tausenden Fans die Delegationen ins ESC Village, wo sie empfangen wurde, ein Spektakel durch die ganze Stadt. Ich war zudem für die Einspieler verantwortlich.
PROJEKTAUFTRAG
Im Vergleich zum ersten Livestream war dieser Auftrag deutlich grösser; entsprechend umfangreich war auch das Team. Wir arbeiteten mit drei Regien: einer beim Rathaus für die Begrüssung der Delegationen, einer im Village für den Empfang sowie der Hauptregie, in der alle Streams zusammenliefen. Ziel war es, die Zeremonie feierlich zu inszenieren. Zusätzlich begleiteten drei mobile Teams die Parade und lieferten Live-Aufnahmen von vor Ort.
PLANUNG
Die Planung war diesmal deutlich komplexer, darüber liesse sich ein ganzes Buch schreiben. Ich beschränke mich auf die Vorbereitungen: Im Gegensatz zum letzten Livestream gab es keine vorproduzierten Videos; alle Einspieler entstanden einen Tag zuvor oder am selben Tag. Dafür brauchten wir eine Cloud-Lösung, die unsere Sicherheitsanforderungen erfüllt. Diese haben wir mit dem ENG-Team getestet, um die reibungslose Übertragung sicherzustellen. Entsprechend war der Regieplan deutlich dynamischer: Während beim letzten Stream die Reihenfolge fix war, blieb diesmal bis zum Start vieles offen, anspruchsvoller, aber auch spannender.
Zur Übersicht, welche Clips spielbereit waren, führten wir eine Liste: Sobald ein Videoclip via Cloud einging, importierten wir ihn in vMix und markierten ihn in der Liste grün. So sah die Produktionsleiterin auf einen Blick, was bereit war und was noch fehlte. Dazu kamen unzählige Regietests und Ablaufchecks. Insgesamt waren wir ein Team von über 50 Personen.
Ein besonderer Knackpunkt waren die „Herz“-Transitions. Das waren transparente Überblendungen, die per Keying freigestellt werden mussten, damit sie im Stream tatsächlich transparent erschienen. Dadurch galt: Sobald ich einen Einspieler schaltete, überschieb der Einspieler die Regie, jeder falsche Knopf wäre sofort im Stream sichtbar gewesen. Das machte die Sache anspruchsvoll … und liess den Puls zwischendurch steigen.
UMSETZUNG
Am Freitag, zwei Tage vor dem Event, reisten erste Teammitglieder an, um die gesamte Regietechnik aufzubauen und erste Tests zu fahren. Gemeinsam mit SRF überprüften wir frühzeitig die Signalübertragung, ein sehr anspruchsvoller Tag ging zu Ende. Am Samstag stiessen weitere Teams dazu; das Setup wurde kompletter, und wir konnten die Abläufe einmal vollständig durchspielen. Spannend zu sehen, wie all diese Einheiten zusammenwirken und im Stream eine stimmige Produktion ergeben, bis hin zum grossen Event am Sonntag. Ich gebe zu: Ein bisschen nervös war ich schon. Der Livestream dauerte über 2,5 Stunden, entsprechend war volle Konzentration gefragt. Ich arbeitete, wie oben beschrieben, mit vMix, in das ich alle Dateien importierte. Über das StreamDeck triggerte ich die Einspieler per Tastendruck, sodass sie nahtlos in den Stream eingebunden wurden.
Zu Beginn des Livestreams gab es noch einige Ablaufschwierigkeiten und Kameras, die nicht ganz bereit waren. Nach kurzer Zeit pendelte sich alles ein, am Ende wurde es ein voller Erfolg, auch wenn nicht ganz so hochklassig wie unser erster Stream.
Um mehr noch zu verstehen hier noch ein Behind-the-Scenes-Clip, produziert von unseren Studienkolleginnen und -kollegen.
REFLEXION
Ich versuche mit hier kurz zu halten. Es gab so viele Learnings die ich daraus nehmen konnte. Zum einen, zu sehen wie ein so grosses Produktionsteam miteinander agiert und jeder auf seinem Posten über die eigene Funktion Bescheid weiss. Zudem gab es so viele Auflagen seitens Eurovision und SRF, die eingehalten werden mussten.
Schlussendlich macht es mich stolz, einen Livestream produziert zu haben, den über eine halbe Million Menschen auf YouTube gesehen haben. Es handelte sich um eine öffentliche Ausschreibung von SRF, ein gewagter Versuch, denn früher übernahmen das stets «professionelle» Firmen. Umso schöner, dass wir zeigen konnten, wozu unser Studiengang fähig ist.
Das Echo war enorm positiv, was glücklich macht und einem mit der Zeit vor Augen führt, was man erreicht hat. Jetzt bin ich gespannt, wie unser Nachbar das nächstes Jahr umsetzen wird.

