
EM 2024 Tippspiel
Zusammenfassung: Aus einer Schnappsidee wurde es plötzlich sehr konkret. Schon als kleiner Junge träumte ich von einem eigenen Tippspiel, da ich an jeder EM und WM teilnehme. Früher war es einen unglaubwürdigen Traum, dieses Jahr wurde es wahr.
PROJEKTAUFTRAG
Im Rahmen des Studium und unserem Modul „Konvergentes Produzieren“ haben wir ein Semester lang Zeit, selbständig für einen gewissen Zeitaufwand ein multimediales Projekt umzusetzen. In einem Semester davon entschied ich mich für ein eigenes Tippspiel.
PLANUNG
Mir war klar: Es sollte nicht einfach nur ein weiteres Tippspiel werden. Also fragte ich mich, wie ich etwas baue, das Aufmerksamkeit erzeugt und Anmeldungen bringt. Die Lösung: ein Tippspiel mit Quiz. Heisst: Man tippt wie gewohnt, kann aber an jedem EM-Tag zusätzlich ein Quiz absolvieren. So sammelt man Extra-Punkte und auch weniger fussballaffine Teilnehmende haben echte Chancen zu gewinnen.
Klingt gross? War es auch. Also definierte ich zuerst das Corporate Design, schrieb Sponsoring-Verträge für die Preise, registrierte Domain & Hosting und setzte Backend sowie Frontend auf.
UMSETZUNG
Es gibt grundsätzlich zwei Ansätze: erst das Design, dann die Technik oder umgekehrt. Weil ich bei der technischen Umsetzung unsicher war, begann ich damit. Zuerst entwickelte ich den Login- und Registrierungsprozess inklusive «Passwort vergessen». Nach dem Login landet man auf der persönlichen Übersichtsseite mit Tipps, Quiz, Rangliste, Tippgruppen und Regeln.
Anschliessend setzte ich die Tippseite um. Wichtigste Anforderung: Nach Anpfiff darf ein Tipp nicht mehr geändert werden, sonst verliert das Spiel seinen Sinn. Das löste ich serverseitig via API und verbindlicher Zeitzone, sodass weder am Handy noch am Laptop durch manuelles Verstellen der Uhr getrickst werden konnte. Danach folgten Punktevergabe, Rangliste, Tippgruppen und weitere Logik.
Zum «Schluss» kam das Quiz, fast aufwändiger als das Tippspiel selbst. Pro Frage gab es 10 Sekunden Antwortzeit, zudem zwei Modi: einfach und schwierig (mit höherer Punkteausbeute). Allein das Definieren der Fragen inklusive vier Antwortoptionen hätte ein eigenes Projekt verdient, mehr dazu in der Reflexion.
Ehrlich: Beim Schreiben klingt es gar nicht so komplex, gefühlt war vor allem der Anfang hart. Kaum war ein Teil gelöst, hakte plötzlich etwas anderes. Wechselt man den Rechner und vergisst in Visual Studio Code zuerst zu pullen, arbeitet man schnell auf altem Stand weiter und überschreibt beim nächsten Speichern die neuesten Änderungen. Trotzdem: Am Ende lief es.
Die Teilnehmerzahl ist ausbaufähig. Ich merkte, dass ich mit den Preisen zu spät dran war. Die Idee kam im Februar, also vier Monate vor Start, da hatte kaum noch jemand aktiv Interesse. Beim nächsten Mal plane ich Sponsoring und Promotion deutlich früher ein.
Leider habe ich die Domain aktuell pausiert, daher sind keine Bilder vom Tippspiel ersichtlich.
REFLEXION
Ein Herzensprojekt, das ich erfolgreich realisiert habe und auf das ich sehr stolz bin. Es gab etliche Abende, ja fast Nächte, die mich an den Rand der Verzweiflung brachten. Doch ich hielt daran fest und am Ende spielten über 80 Personen mit. Jede einzelne Komponente, Tippseite, Tippgruppen und Quiz, wäre für sich genommen schon ein eigenes Projekt mit beträchtlichem Stundenaufwand. Nach jedem abgeschlossenen Abschnitt fühlte es sich an, als beginne der nächste wieder bei null: alles neu, anders und zeitintensiv, aber genau das machte den Reiz aus.
Und wer weiss, vielleicht sieht man sich am Tippspiel für die WM 2026.

